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Gründercoach Frankfurt am Main: die besten Anlaufstellen
Von Martin StiffelAktualisiert am 10 Min. Lesezeit
Frankfurt gilt als FinTech-Standort, und die Gründungsseiten der Stadt lesen sich entsprechend. Wenn du aber kein Startup baust, sondern eine Praxis, eine Agentur, ein Handwerk oder eine Beratung, brauchst du andere Adressen. Die gibt es in Frankfurt, sie sind gut, und eine davon ist die stärkste Beratungsförderung, die es in diesem Vergleich überhaupt zu holen gibt. Nur findet man sie nicht dort, wo man zuerst sucht.
Wie viel wird in Frankfurt gegründet?
Hier fangen wir mit einer ehrlichen Auskunft an, weil andere Seiten an dieser Stelle gern schummeln: Eine aktuelle, öffentlich zugängliche Jahreszahl zu Gewerbeanmeldungen allein für die Stadt Frankfurt am Main haben wir nicht gefunden. Die Frankfurter Statistischen Berichte 2025 behandeln andere Schwerpunkte. Wenn dir eine Seite eine große runde Zahl als „Frankfurter Gründungszahl“ verkauft, stammt sie mit hoher Wahrscheinlichkeit von einer anderen Ebene.
Was belegbar ist, ordnet Frankfurt trotzdem gut ein:
- Hessen insgesamt zählte 2025 rund 63.885 Gewerbeanmeldungen bei 52.319 Abmeldungen, ein Plus von 11.566. Die Anmeldungen legten um 5 Prozent zu, die Abmeldungen gingen um 6,5 Prozent zurück. Die meisten Gründungen entfielen auf Dienstleistungen, Handel und Bau. (Quelle: Gründungsbarometer des Hessischen Industrie- und Handelskammertags, Auswertung für das Jahr 2025, auf Basis von Daten des Hessischen Statistischen Landesamts.) Das ist eine Landeszahl, keine Frankfurt-Zahl.
- Bei der Gründungsintensität je 1.000 Einwohner liegt der IHK-Bezirk Offenbach vorn, gefolgt vom IHK-Bezirk Frankfurt. Auch das ist eine Bezirks-, keine Stadtzahl.
- Frankfurt-spezifisch und frisch: Beim Startup-Ranking des Startup-Verbands für das erste Halbjahr 2026 ist die Stadt Frankfurt am Main von Platz 12 auf Platz 5 gesprungen. Bundesweit wurden 3.053 Startups neu gegründet, ein Höchstwert seit Beginn der Erhebung 2019.
Der Startup-Sprung ist echt, sagt über klassische Gewerbegründungen aber wenig. Genau diese Unschärfe zieht sich durch die ganze Frankfurter Gründungslandschaft, und deshalb lohnt es sich, die Angebote sauber zu sortieren.
Die städtischen Anlaufstellen: Kompass Frankfurt statt alter Adresse
Die Wirtschaftsförderung Frankfurt GmbH versteht sich als neutraler Lotse und bietet eine kostenfreie Wegeberatung durch das Angebotsspektrum. Sie betreibt außerdem ein Frankfurter Gründerzentrum mit anmietbaren Startup-Büros und gibt gemeinsam mit einem Netzwerk aus zwölf Partnerorganisationen die Broschüre „Gründungsberatung und Gründungsfinanzierung in Frankfurt am Main“ heraus.
Nur: Die Nachrichtenspalte auf frankfurt-business.net ist erkennbar nicht mehr gepflegt. Unter „Aktuelle Nachrichten“ stehen dort Meldungen aus dem Jahr 2018. Als Faktenquelle für den aktuellen Stand taugt die Seite nicht.
Das lebende Angebot heißt heute Kompass Frankfurt, eine gemeinnützige Gesellschaft mit Sitz im Frankfurter Gründungszentrum an der Hanauer Landstraße 521. Kompass richtet sich an Gründungsinteressierte, Solo-Selbstständige, junge Unternehmen und Startups, ausdrücklich auch an internationale Gründerinnen und Gründer. Das Erstgespräch ist kostenlos, Seminare und Coachings sind laut eigener Darstellung in der Regel ebenfalls kostenlos.
Über Kompass läuft auch der Frankfurter Gründerfonds, ein Projekt der Wirtschaftsförderung Frankfurt GmbH gemeinsam mit der Frankfurt School Financial Services und unter wissenschaftlicher Begleitung der Frankfurt School. Gedacht ist er für Gründerinnen und Jungunternehmen, die in der Regel nicht mehr als fünf Jahre am Markt sind, mit Unternehmenssitz in Frankfurt, einem schriftlichen Konzept samt Businessplan und Finanzplan und einem Kreditbedarf zwischen 2.500 und 100.000 €. Eine reine Betriebsmittelfinanzierung ist zu 100 Prozent möglich. Der Fonds hilft bei der Beantragung der Kreditfinanzierung und bei der Erstellung der nötigen Unterlagen. Das ist einer der wenigen echten Frankfurter Standortvorteile für kleine Vorhaben, die bei der Hausbank sonst an der Papierlage scheitern.
IHK und Handwerkskammer in Frankfurt
IHK Frankfurt am Main
Das IHK-Seminar „Grundlagen der Existenzgründung“ findet jeden ersten Mittwoch im Monat von 8:30 bis 15:30 Uhr statt und kostet 50 € pro Person. Behandelt werden Gewerbeanmeldung, Firmen- und Gewerberecht, erlaubnispflichtige Tätigkeiten, der Aufbau eines Unternehmenskonzepts sowie Finanzierung und öffentliche Förderhilfen. Für 50 € ist das der günstigste strukturierte Einstieg in der Stadt. Dazu kommen ein mehrteiliges Abendseminar, ein monatlicher Finanzierungs- und Fördersprechtag gemeinsam mit der WIBank sowie die IHK-Pitch-Arena, bei der du dein Vorhaben Banken und Sparkassen vorstellen kannst.
Die fachkundige Stellungnahme für den Gründungszuschuss stellt die IHK Frankfurt aus, wenn dein künftiger gewerblicher Betriebssitz in Frankfurt liegt. Für den Hochtaunuskreis und den Main-Taunus-Kreis ist die entsprechende IHK-Geschäftsstelle zuständig. Voraussetzung ist der Nachweis der Antragsaufnahme bei der Agentur für Arbeit. Mitbringen musst du den Antrag der Arbeitsagentur, eine Kurzbeschreibung des Vorhabens, Lebenslauf, Befähigungsnachweise, eine Umsatz- und Rentabilitätsvorschau sowie einen Kapitalbedarfs- und Finanzierungsplan. Rechne mit rund drei Wochen Bearbeitungszeit, plane das in deinen Zeitplan ein. Ob die Stellungnahme etwas kostet, erfragst du direkt bei der IHK, auf der Seite steht dazu nichts. Für Handwerk ist die Handwerkskammer zuständig, für freie Berufe die jeweilige Standesorganisation, etwa die Architekten- oder Ingenieurkammer.
Handwerkskammer Frankfurt-Rhein-Main
Gründest du im Handwerk, berät die HWK Frankfurt-Rhein-Main an der Bockenheimer Landstraße 21. Betriebswirtschaftliche und rechtliche Beraterinnen und Berater gehen mit dir Businessplan, Rentabilitäts- und Liquiditätsplanung, Investitions- und Finanzierungsplan sowie die Rechtsformwahl durch. Die Beratung wird vom Land Hessen gefördert und ist nach übereinstimmenden Angaben kostenfrei. Sie findet vor Ort, in der Kammer, telefonisch oder online statt. Innerhalb der Kammer gibt es mit WerkH zusätzlich ein Frauennetzwerk.
jumpp und Social Impact Lab: für Gründerinnen und Quereinsteiger
Zwei Frankfurter Institutionen passen besonders gut zu Leserinnen und Lesern, die nicht ins Startup-Raster fallen, und sie tauchen in den üblichen Coaching-Seiten praktisch nicht auf.
jumpp, Ihr Sprungbrett in die Selbständigkeit (Trägerverein Frauenbetriebe e.V.), arbeitet seit 1984 in der Hamburger Allee 96 und richtet sich ausdrücklich an Frauen, darunter Wiedereinsteigerinnen, Alleinerziehende und Migrantinnen. Das Angebot umfasst Gründungsberatung, Begleitung bei Start und Wachstum, Unternehmenssicherung, Finanzplanung, KfW-Coaching und Zuschussberatung. Besonders praktisch: jumpp übernimmt auch die Tragfähigkeitsprüfung für den Gründungszuschuss. jumpp hat außerdem eine lange Tradition in der Arbeit mit Migrantinnen, unter anderem mit einem Mentoring-Projekt in Frankfurt und Groß-Gerau. Welche Projekte aktuell laufen, fragst du am besten direkt dort nach, die Programme sind projektfinanziert und wechseln.
Das Social Impact Lab Frankfurt besteht seit 2014 und fährt zwei Programme, die inhaltlich aus dem Rahmen fallen: „AndersGründer“ für Sozialunternehmerinnen und Sozialunternehmer, gefördert von der KfW Stiftung, sowie „ChancenNutzer“ zur Begleitung junger arbeitsloser Menschen mit Migrationshintergrund in die Selbstständigkeit. Wenn dein Vorhaben eine gesellschaftliche Wirkung hat oder du aus genau dieser Situation heraus startest, ist das die naheliegendste Adresse der Stadt.
Das FinTech-Ökosystem: wofür es taugt und wofür nicht
Frankfurt hat eine starke Szene, sie ist aber sehr spezifisch zugeschnitten. Die ehrliche Sortierung:
- TechQuartier ist der zentrale Hub, mit klarem Schwerpunkt auf FinTech und Digital Finance. Das Programm besteht aus Bootcamps, Camps, Challenges und einem Accelerator für Digital Finance, dazu kommt ein Tech and Data Lab. Zielgruppe sind Startups und Scale-ups, nicht Solo-Gründungen. Welche Formate gerade laufen, ändert sich mehrmals im Jahr, das schaust du am besten direkt auf der Programmseite nach.
- Goethe-Unibator ist das Gründungszentrum der Goethe-Universität und begleitet über 18 Monate skalierbare Geschäftsmodelle, mit Zugang zum TechQuartier. Erste Adresse für Studierende, wissenschaftliche Mitarbeitende und Alumni der Uni, nicht für Externe.
- Frankfurt Forward ist ein Projekt der Stadt und versteht sich als Matchmaker zwischen Startups, etablierten Unternehmen und Investoren im Rhein-Main-Gebiet. Vernetzung auf Scale-up-Niveau, keine Erstgründungsberatung.
Kurz gesagt: Wenn du ein Finanzprodukt oder eine skalierbare Softwarelösung baust, ist Frankfurt exzellent. Wenn du klein und solo startest, sind Kompass Frankfurt, die Kammern, jumpp und die hessische Beratungsförderung dein Weg.
Bis zu 75 Prozent: die hessische Beratungsförderung
Das ist der Punkt, an dem Frankfurt gegenüber München und Köln klar vorne liegt. Grundlage ist die Richtlinie des Landes Hessen zur Gründungs- und Mittelstandsförderung, in Kraft seit dem 7. November 2025, Fördergeber ist das Hessische Wirtschaftsministerium, Ansprechpunkt die WIBank.
- Für Existenzgründungsberatungen durch freiberufliche Beraterinnen oder gewerbliche Beratungsunternehmen sind maximal 75 Prozent beziehungsweise 600 € je Beratungstagewerk vorgesehen.
- Für übrige Beratungen und Coachings sind es maximal 50 Prozent beziehungsweise 400 € je Beratungstagewerk.
- Ein Beratungstagewerk umfasst 5 bis 8 Stunden.
- Der Antrag geht vor Vorhabensbeginn über das Online-Portal an die WIBank. Die Beratung muss sich auf eine Betriebsstätte in Hessen beziehen. Bei einer Existenzgründungsberatung vor der Gründung darf die Gründung zum Vorhabensbeginn noch nicht abgeschlossen sein.
- Nicht gefördert werden Rechts- und Steuerberatung, überwiegend gutachterliche Stellungnahmen, Planungsleistungen und Akquisitionstätigkeiten.
- Wichtig für das Verständnis: Zuwendungsempfänger der Richtlinie sind primär Kammern, Wirtschafts- und Branchenverbände sowie vergleichbare Institutionen, nicht du als einzelne Gründerin. Der Weg zur Endkundin führt deshalb über eine zugelassene Stelle.
Praktisch abgewickelt wird das über das RKW Hessen, das mit einem Netzwerk von rund 500 beratenden Expertinnen und Experten arbeitet und ein kostenfreies Erstgespräch anbietet. Für 2026 hat das RKW die geförderte Gründungsberatung ausdrücklich als startklar gemeldet. Nach eigenen Angaben profitieren jährlich rund 900 Gründende und KMU davon. Kontaktbüros gibt es in Kelsterbach und Kassel. Die WIBank selbst berät unabhängig und kostenfrei zu allen Landesförderungen.
Was das konkret kostet, rechnet das RKW selbst vor: Der Tagessatz für die Gründungsberatung liegt dort aktuell bei 720 € netto und damit bewusst unter dem marktüblichen Honorar. Davon werden 540 € je Beratungstag gefördert, also die maximalen 75 Prozent. Fünf Tage Gründungsberatung kosten dich damit statt 3.600 € nur noch 900 €, dazu kommt die Umsatzsteuer auf den vollen Betrag, die nicht gefördert wird. Reisespesen der Beraterin oder des Beraters fallen nicht zusätzlich an. Eine Beratung kann auch kürzer sein oder bis zu 15 Tage umfassen, je nach Bedarf. Die 600 € aus der Förderdatenbank sind der Höchstbetrag der Richtlinie, die 540 € der reale Satz beim RKW-Tageshonorar. Beide Zahlen stimmen, sie beschreiben nur Unterschiedliches.
Und die Bundeswege: Nach der Gründung greift zusätzlich die BAFA-Förderung. Hessen zählt zu den alten Bundesländern, also 50 Prozent Zuschuss und maximal 1.750 € je Beratung bei einer einheitlichen Bemessungsgrundlage von 3.500 €. Die vielzitierten 80 Prozent gelten für die neuen Bundesländer sowie die Regionen Lüneburg und Trier. Details in BAFA-Förderung für Gründer. Bist du arbeitslos, arbeitsuchend gemeldet oder von Arbeitslosigkeit bedroht, ist der AVGS nach § 45 SGB III der Weg zu einer Beratung, die dich gar nichts kostet, sofern der Träger AZAV-zertifiziert ist. Ob ein Anbieter abrechnen darf, prüfst du über die Maßnahmenummer, die Größenordnung ordnet Was kostet AVGS-Coaching wirklich? ein. Den Landesüberblick liefert Gründungsberatung Hessen.
Gründercoaches in Frankfurt und im Rhein-Main-Gebiet finden
Ehrlich gesagt: In Frankfurt selbst ist unser Verzeichnis noch sehr dünn. Direkt in der Stadt gelistet sind aktuell zwei Einträge:
- huetec, Frankfurt
- Klossner Beratung und Seminare, Frankfurt
Weil Rhein-Main aber pendelnah zusammenhängt und viele Beraterinnen und Berater ohnehin remote arbeiten, lohnt der Blick ins Umland. Aus dem Umkreis sind unter anderem gelistet:
- KIZ Management GmbH, Offenbach
- Gesellschaft für Existenzgründungsberatung mbH, Schöneck
- GRÜNDUNGSZENTRUM 50+, Friedberg
- Kaminski Consulting und Büroservice, Hanau
- Just Consulting, Mainhausen
- EIM Gründungs- und Unternehmensberatung, Gelnhausen
- Joint Marketing Consult UG, Darmstadt
- BICOB Business Consulting, Wiesbaden
- Unternehmensberatung Kelsterbach, Kelsterbach
- Succeed GmbH, Dieburg
Alle hessischen Einträge findest du gebündelt unter Gründercoaches in Hessen. Nach Schwerpunkt filtern kannst du direkt: AVGS-Coaching, Businessplan, Finanzierung. Wenn du selbst als Gründungsberaterin oder Gründungsberater in Frankfurt arbeitest, kannst du dich kostenlos eintragen lassen.
Drei Prüffragen vor der Beauftragung: Passt die Branchenerfahrung zu deinem Vorhaben? Ist der Coach AZAV-zertifiziert, falls du mit einem AVGS kommst? Und ist er im RKW-Beraternetz beziehungsweise beim BAFA gelistet, je nachdem welchen Förderweg du gehst? Die BAFA-Beraterliste ist nicht öffentlich einsehbar, du musst also direkt fragen. Mehr dazu in Wie finde ich einen guten AVGS-Coach?.
Die Reihenfolge, die in Frankfurt am wenigsten kostet: kostenfrei orientieren bei Kompass Frankfurt, der IHK oder der Handwerkskammer, als Frau zusätzlich bei jumpp. Danach den Förderweg festlegen und den Antrag stellen, und zwar bevor die Beratung beginnt, nicht danach. Das gilt für die hessische Beratungsförderung genauso wie für BAFA und AVGS, und rückwirkend wird bei keinem der drei etwas bewilligt. Dann Konzept und Zahlen bauen, siehe Businessplan erstellen und Finanzierungsplan für Gründer. Dann anmelden. Und im ersten Jahr an Positionierung und Vertrieb arbeiten, siehe Positionierung als Gründer und Erste Kunden gewinnen. Wer nebenbei startet, findet die Abweichungen in Nebenberuflich gründen.
Häufige Fragen
Was kostet ein Gründercoach in Frankfurt?
Das hängt vom Förderweg ab. Über die hessische Gründungs- und Mittelstandsförderung sind bei Existenzgründungsberatungen bis zu 75 Prozent beziehungsweise 600 € je Beratungstagewerk gedeckt, bei übrigen Beratungen bis zu 50 Prozent beziehungsweise 400 €. Mit einem bewilligten AVGS zahlst du bei einem AZAV-zertifizierten Träger gar nichts. Über die BAFA-Förderung trägst du in Hessen 50 Prozent selbst, der Zuschuss liegt bei höchstens 1.750 € je Beratung. Ohne Förderung zahlst du das volle Honorar.
Gibt es in Hessen einen Landeszuschuss für Gründungsberatung?
Ja, und er ist im Bundesvergleich stark. Die Landesrichtlinie zur Gründungs- und Mittelstandsförderung ist seit dem 7. November 2025 in Kraft und sieht für Existenzgründungsberatungen maximal 75 Prozent beziehungsweise 600 € je Beratungstagewerk vor. Fördergeber ist das Hessische Wirtschaftsministerium, Ansprechpunkt die WIBank, praktisch abgewickelt wird die Beratung über das RKW Hessen. Der Antrag muss vor Vorhabensbeginn gestellt werden.
Wo bekomme ich in Frankfurt eine kostenlose Gründungsberatung?
Bei Kompass Frankfurt im Frankfurter Gründungszentrum, wo das Erstgespräch kostenlos ist, bei der Handwerkskammer Frankfurt-Rhein-Main für Handwerksgründungen, beim RKW Hessen mit einem kostenfreien Erstgespräch sowie bei der WIBank für alle Fragen zur Landesförderung. Als Frau kommt jumpp in der Hamburger Allee dazu. Das IHK-Seminar „Grundlagen der Existenzgründung“ ist nicht kostenlos, sondern kostet 50 € pro Person.
Wer stellt in Frankfurt die fachkundige Stellungnahme für den Gründungszuschuss aus?
Für gewerbliche Vorhaben mit Betriebssitz in Frankfurt die IHK Frankfurt am Main, für den Hochtaunuskreis und den Main-Taunus-Kreis die zuständige IHK-Geschäftsstelle. Für Handwerk und handwerksähnliche Tätigkeiten die Handwerkskammer, für freie Berufe die jeweilige Standesorganisation. Auch jumpp übernimmt die Tragfähigkeitsprüfung. Rechne bei der IHK mit rund drei Wochen Bearbeitungszeit.
Warum wirkt die Gründerseite der Wirtschaftsförderung Frankfurt so veraltet?
Weil die Nachrichtenspalte es ist. Unter „Aktuelle Nachrichten“ auf frankfurt-business.net stehen Meldungen aus dem Jahr 2018. Das operative Gründungsangebot ist inzwischen bei Kompass Frankfurt angesiedelt, einer gemeinnützigen Gesellschaft im Frankfurter Gründungszentrum an der Hanauer Landstraße 521. Die Wirtschaftsförderung Frankfurt selbst bleibt für Lotsenfunktion, Gründerzentrum und den Frankfurter Gründerfonds zuständig. Für den aktuellen Stand ist also Kompass die richtige Adresse, nicht die Nachrichtenspalte.
Was ist der Frankfurter Gründerfonds?
Ein Projekt der Wirtschaftsförderung Frankfurt GmbH gemeinsam mit der Frankfurt School Financial Services, das kleinen Vorhaben den Bankkredit ermöglicht. Voraussetzungen sind ein Unternehmenssitz in Frankfurt, in der Regel nicht mehr als fünf Jahre am Markt, ein schriftliches Konzept mit Businessplan und Finanzplan sowie ein Kreditbedarf zwischen 2.500 und 100.000 €. Eine reine Betriebsmittelfinanzierung ist zu 100 Prozent möglich. Der Fonds unterstützt bei der Beantragung der Kreditfinanzierung und bei der Erstellung der nötigen Unterlagen.
Wie viele Gewerbe werden in Frankfurt pro Jahr angemeldet?
Eine aktuelle, öffentlich zugängliche Jahreszahl allein für die Stadt Frankfurt am Main haben wir nicht gefunden. Belegbar ist die Landesebene: In Hessen standen 2025 rund 63.885 Gewerbeanmeldungen 52.319 Abmeldungen gegenüber, ein Plus von 11.566. Bei der Gründungsintensität je 1.000 Einwohner liegt der IHK-Bezirk Frankfurt hinter Offenbach auf Platz zwei. Zahlen, die anderswo als „Frankfurter Gründungszahl“ auftauchen, stammen meist von der Landes- oder Bezirksebene.
Ist das TechQuartier auch etwas für mich, wenn ich solo gründe?
In der Regel nicht. Das TechQuartier ist auf FinTech und Digital Finance ausgerichtet und arbeitet mit Startups und Scale-ups. Ähnliches gilt für den Goethe-Unibator, der an Angehörige der Goethe-Universität gerichtet ist, und für Frankfurt Forward, das Vernetzung auf Scale-up-Niveau betreibt. Für eine klassische Solo- oder Kleingründung sind Kompass Frankfurt, die Kammern, jumpp und das RKW Hessen die besseren Adressen.