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Businessplan & Finanzierung

Finanzierungsplan für Gründer: banken-tauglich erstellen

Von Martin StiffelAktualisiert am 2 Min. Lesezeit

ein Finanzierungsplan ist das Herzstück jedes Businessplans und der häufigste Grund, warum Banken einen Kreditantrag ablehnen. Nicht weil die Idee schlecht ist, sondern weil die Zahlen lückenhaft oder unrealistisch wirken. Dieser Guide zeigt dir, wie du einen vollständigen, banken-tauglichen Finanzierungsplan in vier Schritten erstellst.

Was gehört in einen Finanzierungsplan?

Ein Finanzierungsplan besteht aus vier Teilen, die zusammen ein vollständiges Bild deines Kapitalbedarfs und deiner Zahlungsfähigkeit ergeben. Banken und Förderstellen, etwa bei einem KfW-Gründerkredit, verlangen alle vier Teile.

Die vier Bausteine sind: der Kapitalbedarfsplan (was brauchst du wofür?), die Finanzierungsquellen (woher kommt das Geld?), der Liquiditätsplan (kannst du laufende Kosten decken?) und die Rentabilitätsvorschau (ab wann verdienst du Geld?).

Baustein 1: Kapitalbedarfsplan

Der Kapitalbedarfsplan listet alle einmaligen Investitionen auf, aufgeteilt in Investitionskosten und Betriebsmittel.

Investitionskosten (Anlagevermögen)

Hier erfasst du alle Ausgaben für langfristig genutzte Güter: Maschinen, Fahrzeuge, IT-Ausstattung, Ladeneinrichtung, Werkzeug. Nutze reale Angebote oder Marktpreise, keine Schätzungen.

Betriebsmittel (Umlaufvermögen)

Betriebsmittel sind die Mittel, die du brauchst, bis dein Unternehmen selbsttragend ist. Faustregel: plane mindestens 3 bis 6 Monate laufende Kosten ein: Miete, Personal, Versicherungen, dein eigenes Gehalt.

Position Beispiel-Betrag Kategorie
Laptop + Software 2.500 € Investition
Büromöbel 1.800 € Investition
Website + Branding 3.000 € Investition
Eröffnungswerbung 1.500 € Investition
Betriebsmittel (6 Monate) 18.000 € Umlaufvermögen
Liquiditätsreserve 3.000 € Puffer
Gesamtbedarf 29.800 €

Baustein 2: Finanzierungsquellen

Die Finanzierungsseite muss exakt mit dem Kapitalbedarf übereinstimmen, auf den Euro genau.

Eigenkapital: mindestens 10 bis 20 Prozent

Banken erwarten in der Regel einen Eigenkapitalanteil von 10 bis 20 % des Gesamtbedarfs. Eigenkapital kann sein: eigene Ersparnisse, Gesellschafterdarlehen, stille Beteiligungen oder Zuschüsse.

Fremdkapital: Kredite und Fördermittel

Der Rest wird über Fremdkapital finanziert. Hier kommen KfW-Darlehen, Bürgschaftsbanken, klassische Bankdarlehen oder Mikrokredite in Frage.

Quelle Betrag Anteil
Eigenkapital (Ersparnisse) 5.000 € 17 %
KfW 067 StartGeld 24.800 € 83 %
Gesamt 29.800 € 100 %

Baustein 3: Liquiditätsplan

Der Liquiditätsplan zeigt monatlich, ob du deine laufenden Zahlungen leisten kannst. Erstelle ihn für mindestens 12 Monate, besser 24 Monate.

Drei Szenarien sind Pflicht

Professionelle Finanzierungspläne enthalten: ein Basisszenario (realistische Annahmen), ein pessimistisches Szenario (Umsätze 20 bis 30 % niedriger) und ein optimistisches Szenario. Banken achten besonders auf das pessimistische: überlebt dein Unternehmen auch dann?

Baustein 4: Rentabilitätsvorschau

Die Rentabilitätsvorschau zeigt, wann und wie viel Gewinn du erwirtschaftest, für die ersten 3 Jahre.

Position Jahr 1 Jahr 2 Jahr 3
Umsatz 48.000 € 72.000 € 96.000 €
Rohertrag 40.000 € 60.000 € 80.000 €
Gemeinkosten 18.000 € 20.000 € 22.000 €
Unternehmerlohn 18.000 € 24.000 € 30.000 €
Tilgung + Zinsen 5.500 € 5.500 € 5.500 €
Ergebnis vor Steuern -1.500 € 10.500 € 22.500 €

Was Banken wirklich prüfen

Banken denken in Risiko. Alle vier Bausteine müssen vorhanden sein. Kapitalbedarf und Finanzierungsquellen müssen auf den Euro genau übereinstimmen. Umsatzannahmen im Liquiditätsplan müssen mit der Rentabilitätsvorschau identisch sein.

Banken haben Benchmarks für viele Branchen. Belege deine Umsatzannahmen mit Marktdaten oder vorhandenen Aufträgen. Je mehr Eigenkapital du einbringst, desto besser dein Rating.


Häufige Fragen

Wie viel Eigenkapital brauche ich für eine Gründungsfinanzierung?

In der Regel erwarten Banken 10 bis 20 % Eigenkapitalanteil am Gesamtbedarf. Beim KfW StartGeld ist die Anforderung etwas flexibler, weil die KfW 80 % des Ausfallrisikos übernimmt.

Welche Software eignet sich für den Finanzierungsplan?

Excel oder Google Sheets reichen vollkommen aus. Wichtig ist die Struktur, nicht die Software. Viele IHKs bieten kostenlose Vorlagen an.

Muss der Finanzierungsplan von einem Steuerberater erstellt werden?

Nein, Pflicht ist es nicht. AVGS-zertifizierte Gründungscoaches helfen ebenfalls. Das Coaching ist oft kostenlos über die Bundesagentur für Arbeit.

Wie weit in die Zukunft muss der Finanzierungsplan reichen?

Für Banken und KfW-Anträge sind mindestens 3 Jahre Pflicht: Rentabilitätsvorschau über 3 Jahre, Liquiditätsplan mindestens 12 Monate.

Was tun, wenn die Zahlen im pessimistischen Szenario nicht aufgehen?

Dann musst du entweder mehr Eigenkapital einplanen, die Kosten senken oder den Gründungszeitpunkt anpassen. Ein pessimistisches Szenario, das zur Insolvenz führt, ist ein Signal, dass das Konzept noch nicht bancable ist.

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