Recht, Steuern & Absicherung
UG gründen: Schritt für Schritt mit Kostenübersicht (2026)
Von Martin StiffelAktualisiert am 3 Min. Lesezeit
Du willst eine UG gründen, schreckst aber vor den 25.000 Euro Stammkapital einer GmbH zurück? Die UG (haftungsbeschränkt) ist genau dafür gemacht: gleiche Haftungsbeschränkung, aber schon ab 1 Euro Stammkapital. Hier bekommst du den kompletten Ablauf, die realen Kosten 2026 und die Stolperfallen, die dir keiner sagt.
Was ist eine UG (haftungsbeschränkt)?
Die UG (haftungsbeschränkt) ist keine eigene Rechtsform, sondern eine Sonderform der GmbH nach § 5a GmbHG. Im Alltag heißt sie oft „Mini-GmbH“ oder „1-Euro-GmbH“. Der große Vorteil: Du haftest grundsätzlich nur mit dem Vermögen der Gesellschaft, nicht mit deinem privaten Geld. Der Unterschied zur klassischen GmbH liegt vor allem im Stammkapital.
Wichtig für die Außenwirkung: Du musst immer den vollen Zusatz „haftungsbeschränkt“ führen, also „Musterfirma UG (haftungsbeschränkt)“. Ihn wegzulassen kann zur persönlichen Haftung führen.
UG oder GmbH, wann passt die UG zu dir?
Die UG lohnt sich, wenn du mit wenig Kapital starten und trotzdem die Haftung begrenzen willst, etwa als Solo-Gründer im Dienstleistungsbereich. Sobald du größere Investitionen, mehr Seriosität gegenüber Banken oder mehrere Gesellschafter mit Sacheinlagen brauchst, ist die GmbH oft die bessere Wahl. Eine ausführliche Gegenüberstellung findest du in unserem Ratgeber UG oder GmbH? und im Rechtsform-Vergleich.
Wie viel Stammkapital brauchst du wirklich?
Gesetzlich reicht 1 Euro Stammkapital. Das komplette Stammkapital muss vor der Anmeldung in bar auf das Geschäftskonto eingezahlt werden, Sacheinlagen (z. B. ein Laptop statt Geld) sind bei der UG ausgeschlossen. In der Praxis ist 1 Euro aber gefährlich: Schon die Notar- und Registerkosten würden die junge UG sofort überschulden. Sinnvoll ist ein Startkapital von mindestens 1.000 bis 2.500 Euro.
Dazu kommt die gesetzliche Rücklagepflicht: Nach § 5a GmbHG musst du jedes Jahr 25 % des Jahresüberschusses zurücklegen, bis du die 25.000 Euro einer vollwertigen GmbH erreicht hast. Erst dann darfst du die UG in eine GmbH umwandeln (Pflicht ist die Umwandlung aber nicht).
UG gründen in 6 Schritten
1. Gesellschaftsvertrag oder Musterprotokoll wählen. Für einfache Fälle reicht das gesetzliche Musterprotokoll (dazu gleich mehr).
2. Notartermin. Der Notar beurkundet die Gründung und die Bestellung des Geschäftsführers, ohne Notar geht es nicht.
3. Geschäftskonto eröffnen und Stammkapital einzahlen. Wie das funktioniert, liest du im Ratgeber Geschäftskonto eröffnen.
4. Handelsregister-Anmeldung. Der Notar reicht die Anmeldung elektronisch beim Amtsgericht ein. Erst mit der Eintragung existiert die UG rechtlich.
5. Gewerbeanmeldung. Danach meldest du das Gewerbe beim Gewerbeamt an, Details im Ratgeber Gewerbe anmelden.
6. Finanzamt und IHK. Der Fragebogen zur steuerlichen Erfassung kommt, die Mitgliedschaft in der IHK ist für eine UG Pflicht.
Was kostet die UG-Gründung 2026?
Die reinen Gründungskosten liegen bei der UG meist zwischen 300 und 1.000 Euro (zusätzlich zum Stammkapital). Die wichtigsten Posten:
- Notar (Musterprotokoll): ca. 105 bis 180 € bei einem Gesellschafter, 165 bis 250 € bei zwei bis drei
- Notar (individueller Vertrag): oft 700 bis 900 € und mehr
- Handelsregister-Eintragung: 225 € plus 75 € Registerdatengebühr (seit 01.06.2025 nach HRegGebV)
- Gewerbeanmeldung: je nach Gemeinde ca. 20 bis 60 €
Musterprotokoll oder individueller Vertrag?
Das Musterprotokoll ist ein gesetzlich vorgegebenes Standarddokument. Es ist deutlich günstiger, aber nur zulässig, wenn deine UG höchstens drei Gesellschafter und einen Geschäftsführer hat und du keine Sonderregeln brauchst. Sobald du individuelle Regelungen willst (z. B. besondere Stimmrechte, Nachfolgeklauseln, mehr als ein Geschäftsführer), brauchst du einen individuellen Gesellschaftsvertrag, teurer, aber flexibler. Für die klassische Solo-Gründung reicht das Musterprotokoll fast immer. Unsicher? Ein erfahrener Gründercoach oder Berater hilft dir bei der Entscheidung, und über das Coach-Verzeichnis findest du Ansprechpartner in deiner Nähe.
Häufige Fragen
Kann ich eine UG wirklich mit 1 Euro gründen?
Rechtlich ja, das Mindeststammkapital beträgt 1 Euro. Praktisch solltest du aber mindestens 1.000 bis 2.500 Euro einlegen, weil sonst schon die Gründungskosten die UG überschulden.
Wie lange dauert die UG-Gründung?
Mit Musterprotokoll geht es oft in 1 bis 3 Wochen: Notartermin, Einzahlung, Handelsregister-Eintragung. Die Eintragung beim Amtsgericht ist meist der zeitbestimmende Faktor.
Muss ich die UG später in eine GmbH umwandeln?
Nein, ein Zwang besteht nicht. Du musst aber jedes Jahr 25 % des Gewinns zurücklegen. Erreichst du damit 25.000 Euro, kannst du in eine GmbH umwandeln, musst es aber nicht.
Was ist die 25-Prozent-Rücklage?
Die UG muss laut § 5a GmbHG jährlich ein Viertel ihres Jahresüberschusses in eine gesetzliche Rücklage stellen. Dieses Geld darf nicht ausgeschüttet werden und dient dem Aufbau des Stammkapitals.
Kann ich eine UG alleine gründen?
Ja. Eine Ein-Personen-UG ist möglich und der häufigste Fall. Du bist dann alleiniger Gesellschafter und Geschäftsführer in einer Person.
Brauche ich für die UG-Gründung einen Notar?
Ja. Die Gründung einer UG muss immer notariell beurkundet werden, auch beim günstigen Musterprotokoll. Ohne Notar ist keine Eintragung ins Handelsregister möglich.