Recht, Steuern & Absicherung
GmbH-Gründung Kosten 2026: Notar, Stammkapital, Gesamt
Von Martin StiffelAktualisiert am 2 Min. Lesezeit
Was kostet eine GmbH-Gründung wirklich? Viele denken sofort an 25.000 Euro und schrecken zurück. Doch dieses Geld ist kein verlorener Betrag, sondern dein Betriebsvermögen. Die echten Gebühren fallen deutlich kleiner aus. Hier bekommst du die komplette Kostenübersicht 2026: Notar, Stammkapital, Handelsregister und Gesamtkosten.
Was kostet eine GmbH-Gründung wirklich?
Bei den Kosten musst du zwei Dinge sauber trennen: die einmaligen Gründungsgebühren (Notar, Handelsregister, Gewerbe) und das Stammkapital. Die reinen Gebühren liegen bei einer einfachen GmbH meist zwischen 800 und 1.000 Euro, bei mehreren Gesellschaftern und individuellem Vertrag zwischen 1.000 und 3.000 Euro. Das Stammkapital von 25.000 Euro kommt dazu, bleibt aber dein Geld.
Das Stammkapital: 25.000 Euro, aber nicht weg
Das gesetzliche Mindeststammkapital einer GmbH beträgt 25.000 Euro (§ 7 GmbHG). Wichtig: Bei der Anmeldung ins Handelsregister müssen davon mindestens 12.500 Euro tatsächlich auf dem Geschäftskonto eingezahlt sein. Dieses Geld ist keine Gebühr an den Staat, sondern fließt in das Vermögen deiner GmbH, du kannst damit Rechnungen zahlen, investieren oder Gehälter finanzieren.
Wenn dir 12.500 Euro zu viel sind, ist die UG (haftungsbeschränkt) eine Alternative: gleiche Haftungsbeschränkung, aber Start ab 1 Euro Stammkapital.
Notarkosten bei der GmbH-Gründung
Die Gründung muss notariell beurkundet werden. Die Höhe der Notarkosten richtet sich nach dem Stammkapital und der Komplexität:
- Ein-Personen-GmbH mit Musterprotokoll: inkl. Mehrwertsteuer meist rund 500 bis 600 €
- Mehrere Gesellschafter, individueller Vertrag: 800 bis 1.500 € und mehr
Das Musterprotokoll ist nur zulässig bei bis zu drei Gesellschaftern und einem Geschäftsführer. Für die klassische Solo-GmbH ist es die günstigste Variante.
Handelsregister und Gewerbeanmeldung
Für die Handelsregister-Eintragung berechnet das Amtsgericht seit dem 01.06.2025 225 Euro plus 75 Euro Registerdatengebühr (HRegGebV), zusammen rund 300 Euro. Dazu kommt die Gewerbeanmeldung beim Gewerbeamt mit je nach Gemeinde 30 bis 60 Euro. Wie die Anmeldung abläuft, steht im Ratgeber Gewerbe anmelden.
Gesamtkosten der GmbH-Gründung 2026
Bei mehreren Gesellschaftern, individuellem Vertrag oder zusätzlicher Steuerberatung landest du realistisch zwischen 1.000 und 3.000 Euro reinen Gründungskosten. Ein eigenes Geschäftskonto ist Pflicht, Vergleich im Ratgeber Geschäftskonto eröffnen.
So sparst du bei den Gründungskosten
Drei Hebel senken die Kosten spürbar: Musterprotokoll statt individuellem Vertrag, nur ein Geschäftsführer und bar statt Sacheinlage (Sacheinlagen brauchen ein teures Werthaltigkeitsgutachten). Bevor du dich zwischen UG und GmbH entscheidest, lohnt ein Blick in den Rechtsform-Vergleich, oder ein Gespräch mit einem Gründungsberater, Finanzierungscoach oder Coach aus dem Verzeichnis.
Häufige Fragen
Sind die 25.000 Euro Stammkapital verloren?
Nein. Das Stammkapital ist keine Gebühr, sondern fließt in das Vermögen deiner GmbH. Du kannst damit arbeiten, investieren und Rechnungen bezahlen.
Reichen 12.500 Euro zum Start?
Für die Anmeldung ja: Es müssen mindestens 12.500 Euro der 25.000 Euro eingezahlt sein. Der Rest kann später eingefordert werden, geschuldet bleibt aber die volle Summe.
Was kostet der Notar bei der GmbH-Gründung?
Bei einer Ein-Personen-GmbH mit Musterprotokoll meist rund 500 bis 600 Euro inklusive Mehrwertsteuer. Mit mehreren Gesellschaftern und individuellem Vertrag 800 bis 1.500 Euro und mehr.
Kann ich eine GmbH alleine gründen?
Ja, die Ein-Personen-GmbH ist zulässig. Du bist dann alleiniger Gesellschafter und in der Regel auch Geschäftsführer.
Lohnt sich statt einer GmbH eine UG?
Wenn dir das Stammkapital zu hoch ist: ja. Die UG bietet dieselbe Haftungsbeschränkung ab 1 Euro, muss aber jährlich 25 Prozent des Gewinns zurücklegen, bis 25.000 Euro erreicht sind.
Kann die GmbH die Gründungskosten absetzen?
In begrenztem Umfang ja: Wird der sogenannte Gründungsaufwand im Gesellschaftsvertrag festgelegt, kann die GmbH die Kosten als Betriebsausgabe tragen. Sprich das vorher mit deinem Steuerberater ab.