Marketing für Gründer: Strategie statt Aktionismus
Die meisten Gründer machen beim Marketing denselben Fehler: Sie fangen mit den Werkzeugen an. Instagram, Newsletter, Flyer, Anzeigen – Hauptsache, irgendetwas passiert. Das Ergebnis ist viel Aktivität und wenig Wirkung. Marketing für Gründer funktioniert anders herum: erst die Strategie, dann die Kanäle. In diesem Artikel bekommst du einen klaren Rahmen, mit dem du dein Marketing aufbaust, ohne dich zu verzetteln.
Warum Strategie zuerst kommt:
Rund 690.000 Menschen machen sich laut KfW-Gründungsmonitor jährlich in Deutschland selbstständig (Stand 2025). Sichtbar werden davon die wenigsten – nicht, weil sie zu wenig posten, sondern weil sie nicht klar sagen können, für wen sie welches Problem lösen.
Inhalt
Warum Aktionismus dein Budget verbrennt
Als Gründer hast du zwei knappe Ressourcen: Zeit und Geld. Aktionismus verbrennt beide. Du probierst zehn Kanäle gleichzeitig, keiner läuft richtig, und nach drei Monaten bist du frustriert. Der Grund ist fast nie mangelnde Disziplin – es ist die fehlende Strategie davor.
Strategie klingt nach großem Konzern und 40-Seiten-Dokument. Ist es nicht. Für dich heißt Strategie schlicht: Du weißt, wen du erreichen willst, welches Problem du löst und warum man ausgerechnet dich wählen sollte. Steht das, ergeben sich die Kanäle fast von selbst.
Schritt 1: Zielgruppe und Problem
„Meine Zielgruppe sind alle, die …“ – sobald dieser Satz fällt, ist die Positionierung zu breit. Je genauer du deine Zielgruppe beschreibst, desto leichter wird jedes spätere Marketing.
Stell dir drei Fragen: Wer hat das Problem, das ich löse, am stärksten? Was kostet dieses Problem die Person – an Geld, Zeit oder Nerven? Und sucht sie aktiv nach einer Lösung, oder muss ich sie erst darauf aufmerksam machen? Wer auf diese Fragen konkrete Antworten hat, schreibt am Ende Texte, die treffen – statt allgemeiner Floskeln, die niemanden bewegen.
Schritt 2: Positionierung und Botschaft
Positionierung ist der wichtigste Hebel im Gründer-Marketing – und der am meisten unterschätzte. Sie beantwortet die Frage, warum jemand dich wählt und nicht den Wettbewerb. Nicht „ich bin auch gut“, sondern „ich bin die richtige Wahl für genau dieses Problem“.
Aus einer klaren Positionierung wird deine Kernbotschaft: ein Satz, den ein Interessent versteht und behält. Wenn du diesen Satz nicht hast, hilft kein noch so schöner Instagram-Feed. Wie du ihn entwickelst, zeigt der Artikel Positionierung als Gründer – er ist die Grundlage für alles, was danach kommt.
Du drehst dich bei der Positionierung im Kreis? Genau hier hilft ein Sparringspartner am meisten. Ein Gründercoach bringt den Außenblick, der dir selbst fehlt – oft kostenlos über einen AVGS-Gutschein.
Schritt 3: Die richtigen Kanäle wählen
Jetzt – und erst jetzt – geht es um Kanäle. Die Regel ist einfach: Geh dorthin, wo deine Zielgruppe ohnehin ist, und mach dort einen Kanal richtig, statt fünf halbherzig.
Verkaufst du an Unternehmen, ist LinkedIn oft stärker als Instagram. Bist du lokal tätig, sind ein gepflegtes Google-Unternehmensprofil und Empfehlungen Gold wert. Lebt dein Angebot von Vertrauen und Erklärung, sind Newsletter und Fachartikel mächtiger als kurzlebige Posts. Such dir einen Hauptkanal, an dem du dranbleiben kannst – Marketing wirkt durch Wiederholung, nicht durch Strohfeuer.
Schritt 4: Aus Kontakten Kunden machen
Reichweite ist kein Selbstzweck. Likes zahlen keine Rechnungen. Entscheidend ist der Weg vom ersten Kontakt zum zahlenden Kunden. Dafür brauchst du zwei Dinge: einen Grund, in Kontakt zu treten (etwa ein kostenloses Erstgespräch oder eine hilfreiche Ressource), und einen klaren nächsten Schritt, den du jedem Interessenten anbietest.
Viele Gründer produzieren Inhalte, aber vergessen den Übergang zum Angebot. Wer dir folgt, soll wissen, was er als Nächstes tun kann. Wie du die ersten zahlenden Kunden systematisch gewinnst, vertieft der Artikel Erste Kunden gewinnen.
Schritt 5: Messen, was zählt
Du musst nicht alles messen – aber das Richtige. Für die meisten Solo-Gründer reichen drei Kennzahlen: Wie viele Interessenten melden sich pro Monat? Wie viele davon werden zu Kunden? Und was ist ein Kunde im Schnitt wert? Aus diesen drei Zahlen siehst du sofort, ob dein Marketing trägt – und wo du nachjustieren musst.
Eitelkeitskennzahlen wie Follower-Zahlen sehen gut aus, sagen aber wenig. Konzentrier dich auf die Zahlen, die mit Umsatz zusammenhängen.
Der typische 90-Tage-Start
Du musst nicht alles auf einmal aufbauen. Ein realistischer Fahrplan für die ersten drei Monate sieht so aus:
Monat 1: Zielgruppe schärfen, Positionierung und Kernbotschaft festlegen. Noch kein Kanal-Stress.
Monat 2: Einen Hauptkanal aufbauen und eine einfache Möglichkeit schaffen, mit dir in Kontakt zu treten.
Monat 3: Dranbleiben, erste Gespräche führen, messen und nachschärfen. Erst wenn ein Kanal läuft, kommt ein zweiter dazu.
Dieser Weg ist unspektakulär – aber er funktioniert. Marketing für Gründer ist kein Geniestreich, sondern konsequente Wiederholung eines klaren Plans.
Häufige Fragen zum Gründer-Marketing
Wie viel Geld muss ich am Anfang ins Marketing stecken?
Weniger, als du denkst. Die wichtigsten Schritte – Positionierung, Botschaft, ein gut gepflegter Hauptkanal – kosten vor allem Zeit, kaum Geld. Bezahlte Werbung lohnt sich erst, wenn du genau weißt, wer reagiert und was ein Kunde wert ist.
Welcher Kanal ist für Gründer am besten?
Es gibt keinen pauschal besten Kanal. Entscheidend ist, wo deine Zielgruppe ist und welchen Kanal du konsequent bedienen kannst. Für B2B ist das oft LinkedIn, lokal Google und Empfehlungen, bei erklärungsbedürftigen Angeboten Newsletter und Fachinhalte.
Brauche ich eine Website oder reichen Social-Media-Profile?
Eine eigene Website ist sinnvoll, weil sie dir gehört und Vertrauen schafft – Social-Media-Reichweite kann sich jederzeit ändern. Sie muss nicht aufwendig sein, aber klar zeigen, was du für wen tust und wie man dich erreicht.
Wie schnell wirkt Marketing?
Selten sofort. Die meisten Kanäle brauchen Wochen bis Monate, bis Vertrauen und Sichtbarkeit aufgebaut sind. Genau deshalb ist es klüger, einen Kanal durchzuhalten, als ständig neue auszuprobieren.
Kann ich Marketing als introvertierter Mensch überhaupt machen?
Ja. Marketing heißt nicht, laut zu sein, sondern relevant. Wer lieber schreibt als spricht, baut über Fachartikel und Newsletter auf; wer Gespräche mag, über Empfehlungen und Netzwerke. Es gibt für jeden Typ einen passenden Weg.
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